DroidDeck bringt Valves Steam-Client im Big-Picture-Modus als App auf Android. Windows-Spiele laufen über Valves ARM64-Proton, gestreamt wird nichts. Das Projekt ist Ende September gestartet, die Oberfläche orientiert sich am Steam Deck, samt Quick-Access-Menü und Performance-Overlay.
Gedacht ist die App vor allem für Handhelds, die ab Werk mit Android kommen, zum Beispiel Retroid Pocket 6, AYN Thor oder AYN Odin 2 Portal Pro. Auch Smartphones und Tablets mit passendem Snapdragon-Chip kommen infrage. Android bleibt dabei komplett erhalten, Root braucht ihr nicht, und wenn es nichts für euch ist, deinstalliert ihr die App wieder.
Wer sich das Ganze zuerst in Bewegung ansehen möchte, findet bei Retro Game Corps ein gut 20 Minuten langes Video dazu, inklusive Installation:

Video · YouTubeSteamOS is Now an Android App
Das braucht ihr
- Android 9 oder neuer
- Ein Snapdragon-Gerät mit Adreno 730 oder neuer oder einer GPU der 8xx-Reihe, grob ab Snapdragon 8 Gen 1
- Platz für die Linux-Laufzeit (etwa 3 GB), optional 1,1 GB für Desktop und Emulatoren, dazu eure Spiele
- Einen Steam-Account mit euren eigenen Spielen
Nicht unterstützt werden Geräte mit Mali-, Xclipse- oder PowerVR-GPU sowie Adreno 710. Adreno-6xx-Geräte sind laut Projekt experimentell, DirectX-12-Spiele können dort abstürzen. Das schließt die meisten Anbernic-Handhelds und alle MediaTek-Geräte aus.
Zum Platz noch ein Hinweis. Ein Tester hatte nach einem einzigen Spiel unter 1 GB, ein bis zwei Proton-Versionen und den Desktop-Dateien schon rund 12 GB belegt.
Schritt für Schritt
APK herunterladen
Die App gibt es ausschließlich auf der Release-Seite des Projekts auf GitHub. Zum Zeitpunkt dieses Beitrags ist 0.3.1 die aktuelle Version, die Datei heißt DroidDeck-0.3.1.apk und ist rund 35 MB groß. Daneben liegt eine Datei SHA256SUMS.txt, mit der ihr die Prüfsumme eures Downloads vergleichen könnt.
https://github.com/Droid-Deck/DroidDeck/releases
Auf der Seite liegen mehrere APK-Dateien für dieselbe Version, die sich nur im Android-Paketnamen unterscheiden (antutu, ludashi, pubg). Das hat den Grund, dass manche Geräte ihre Leistungsmodi nur bestimmten Apps freigeben. Für den Start reicht die Datei ohne Zusatz im Namen.
APK installieren
Datei öffnen und die Installation aus unbekannten Quellen für euren Browser oder Dateimanager erlauben.
Child-Process-Limit abschalten
Aktiviert die Entwickleroptionen und schaltet dort "Restrict child processes" aus, sonst startet Steam nicht. Die Bezeichnung kann in der deutschen Oberfläche leicht abweichen. Auf Android 12 und 13 fehlt die Option oft. In dem Fall bietet die App beim ersten Start einen Button "Fix it for me" an, der den Umweg über das kabellose Debugging weitgehend automatisiert.
Linux-Laufzeit installieren
DroidDeck öffnen. Im Setup zeigt die App an, ob eure GPU verifiziert ist, und lässt euch die Laufzeit installieren. Das dauert wegen der rund 3 GB einen Moment.
Steam starten und anmelden
Auf Play tippen. Steam wird beim ersten Start heruntergeladen, danach meldet ihr euch mit eurem Account an.
Spiele installieren und starten
Ab hier verhält es sich wie am Steam Deck. Mit "Zurück" öffnet ihr mitten im Spiel das Sitzungsmenü, ein doppelter Druck öffnet das Quick-Access-Menü von Steam.
Das lässt sich zusätzlich einrichten
Über "Desktop & apps" gibt es einen Linux-Desktop mit Emulatoren und einen Store für ARM64-Apps aus Flathub. Decky Loader lässt sich installieren, und ein Tab für GPU-Treiber hält passende Treiber für euren Chip aktuell. Frame Generation ist möglich, setzt aber eine eigene Kopie von Lossless Scaling in eurer Steam-Bibliothek voraus. Updates installiert die App selbst, wahlweise als Stable oder Preview. Wer möchte, setzt DroidDeck sogar als Home-App, dann startet das Gerät direkt in Steam.
Das solltet ihr wissen
Spiele mit Kernel-Anti-Cheat laufen nicht. Die Leistung schwankt je nach Gerät. Ein Test auf einem Retroid Pocket G2 berichtete von Rucklern in der Oberfläche und einem früh hochdrehenden Lüfter. Geometry Wars 3 lief spielbar, bei Pac-Man Championship Edition DX schwankte die Bildrate. Das Projekt ist jung, und die README weist selbst darauf hin, dass die Hardware nur begrenzt getestet wurde.
Beim Child-Process-Limit gilt außerdem, dass ihr damit eine Schutzschranke von Android abschaltet. Auf einem Zweitgerät oder Handheld ist das unkritisch. Auf dem Smartphone mit Banking-Apps sollte man sich das gut überlegen.
Und noch ein wichtiger Punkt. DroidDeck hat keine eigene Webseite. Das Projekt warnt ausdrücklich vor Seiten, die Downloads in seinem Namen anbieten. Echte Dateien gibt es nur auf der GitHub-Release-Seite, Hilfe im Projekt-Discord, dessen Link in der README steht.
Habt ihr DroidDeck schon ausprobiert, und auf welchem Gerät? Gerne Erfahrungen zur Performance und zu Spielen, die bei euch laufen oder eben nicht.